Heute ist Tag des Kusses

Zum heutigen Tag des Kusses gibt’s einen Auszug aus meinem aktuellen Projekt Wille und Wahrheit, wieder mit meiner liebsten Mensch/Elf-Kombination:

Willard schob die Unterlippe in seiner besten Imitation eines schmollenden Kindes nach vorn. “Kein Abschiedskuss?”
Für einen Moment blitzten Grayces Zähne auf, als er lächelte. »Entschuldige. Um drei Uhr morgens sind meine Manieren nicht die besten.«
Er schlenderte zum Bett, und der Geruch von Metall und Leder kam mit ihm. Ein Geruch, den Willard schon lange mit dem Elfen verband, allerdings nicht mit seiner Kleidung und seinen Waffen, sondern dem, was sie im Schlafzimmer anstellten.
Grayce setzte sich auf die Bettkante und schob sich eine Strähne seines langen Haares hinters Ohr. Er beugte sich vor, bis sie ihre Lippen flüchtig berührten. »Schlaf weiter. Wir sehen uns später.«
»Warte.«
»Ich muss los.« Er richtete sich auf.
»Es dauert nur einen Moment.«
Seufzend beugte sich Grayce zu ihm hinunter und stützte die Hände auf die Bettkante. »Was noch?«
»Das hier.« Will schlang die Hände um den Hals des Elfen und küsste ihn. Küsste ihn richtig. Das vorher konnte man keinen Kuss nennen, das war maximal ein Küsschen gewesen. Und Küsschen mochte er nicht. Zu wenig Hautkontakt, zu wenig Leidenschaft. Zu wenig ‚ich will dir die Kleider vom Leib reißen‘, zu viel ‚wir kennen uns schon ewig‘.
Seine Zunge schob sich zwischen Grayces Lippen, und nach einem Moment des Widerstands öffnete der Elf den Mund.
Eine andere Art von Magie nahm ihren Lauf. Eine, von der Willard nicht wusste, ob er sie nicht besser beherrschte als die arkane Kraft, die ihn zu einem Magier in Diensten der Halkembra machte. Lust floss durch seine Adern wie sonst Magie, entfachte ein Feuer in seinem Körper, das sich durch alle Muskeln und Nerven zog. Grayces weicher Mund schmeckte nach Marreshey und Mann. Den Weinbrand hatten sie nach dem Essen getrunken, und er passte perfekt zu Grayce – sanft und feurig zugleich, mit einem rauchigen Nachgeschmack, der nach mehr verlangte. Die langen Haaren fielen dem Elfen auf einer Seite über die Schulter und streiften Wills Gesicht, ein zusätzliche Liebkosung, fremdartig und willkommen.
Grayces Zunge stieß gegen seine, stupste sie an, zog sich wieder zurück, nur um dieses Spiel von vorne zu beginnen, und Wills Verlangen stieg.
Die Müdigkeit löste sich in Begehren auf, und er wollte seine Finger unter die Rüstung schieben, um Grayces harte Muskeln zu spüren. Er würde scheitern, weil der Waffengürtel eng um die Hüften des Elfen lag. So begnügte er sich damit, eine Hand in Grayces Haare zu vergraben und die andere in seinen Nacken zu legen. Seine Haut war warm, und Wills Daumen legte sich auf die pochende Ader an der Seite von Grayces Hals. Der beschleunigte Puls verriet, dass nicht nur Willard vom Kuss beeindruckt war.
Langsam löste sich Grayce von seinen Lippen und lehnte die Stirn an Wills Kopf. »Ich muss gehen«, flüsterte er.
»Grayce …« Willard streichelte mit einem Finger die Spitze des geschwungenen elfischen Ohres nach, und Grayce seufzte genießerisch. »Du kannst sicher noch ein bisschen warten.«

Wille und Wahrheit

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