Seattle Six: Coverdesign

Ich verrate euch ein Geheimnis: Ich mache meine Cover nicht ganz allein. Ich bin zwar im Impressum als alleinige Designerin aufgeführt, aber ich habe Hilfe. Hilfe, die großzügigerweise auf die Nennung ihres Namens verzichtet. Alle Cover sind eine Gemeinschaftsarbeit – ich liefere die Ideen und meckere herum, mein Grafiker setzt die Ideen um und verliert nicht die Geduld.

Da ich für den ersten Band von Seattle Six noch eine Menge Entwürfe gespeichert habe, dachte ich mir, ich zeig euch mal, wie der Prozess des Coverdesigns im Zeitraffer abläuft.

Bei dieser zeitgenössischen Gay Romance Reihe hatte ich, wie üblich, nur rudimentäre Angaben: „Der Titel ist Fremdes Begehren, die Reihe heißt Seattle Six. Es soll klar sein, dass es eine Reihe ist, aber nicht wirklich durchnummeriert, weil sich die Bände unabhängig lesen lassen. Ich hätte gern die Skyline von Seattle, am liebsten mit der Space Needle, und ein oder zwei Jungs. Bekleidungszustand variabel. Müssen nicht nackt sein.“

Zwei Tage später erhielt ich die ersten Entwürfe:

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Entwurf 1
Das sah mir zu sehr nach Geschäftsleuten und Corporate Business aus, aber ich mochte das Bild von Seattle und die Schrift.

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Entwurf 2
Hier war das Bild von Seattle viel zu unruhig und die beiden Nackedeis ein bissi zu plakativ.

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Entwurf 3
Schöne Farbgebung, aber nicht besonders auffällig und zu generisch.

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Entwurf 4
Hier gefiel mir das der Schrift unterlegte Bild, ein Konzept, das wir schlußendlich weiterentwickelten.

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Entwurf 5
Das obere Motiv ist etwas zu dunkel, sonst gefällt’s mir noch immer sehr – wenn ich einen Thriller schreiben würde. Hm, da ist noch immer diese Idee mit dem FBI-Agenten …

Wie ihr seht, haben diese Entwürfe noch nicht so viel mit dem Endergebnis zu tun, aber es war ein Anfang. Zumindest die ideale Schrift hatten wir schon mal gefunden.

Mit der Idee „Schattenriss, das von anderem Motiv ausgefüllt wird“ gingen wir in die zweite Runde der Entwürfe:

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Entwurf 6
Die beiden Jungs fand ich sofort wunderbar. Ein Teil der Story spielt ja in den Bergen bzw. den Wäldern dort, das passt perfekt. Nur das Hintergrundbild war zu blass und das „fremdes“ zu dünn und kaum zu lesen.

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Entwurf 6A
Wir nähern uns der Sache an – der Hintergrund wurde kontrastreicher eingefärbt (Violett ist die Komplementärfarbe zu Grün, also sorgten wir für einen Lilaton im Hintergrund, damit der Vordergrund richtig schön knallt).

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Entwurf 6B
Finetuning an der Schrift und ihrer Platzierung und die Lizenzrechte an den verwendeten Bilder wurden erworben.

Schließlich das Endergebnis, zu beziehen hier:

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Final
Wir benutzten ein anderes Bild von einem Wald, um die senkrechten Linien der Skyline aufzugreifen. Der Titel wurde nicht so weit an den Rand gezogen. Gavin bekam noch eine Kamera in die Hand gedrückt, und der Seattle-Six-Schriftzug wurde der Hauptschrift angepasst.

Die Grundidee mit den Schattenrissen lässt sich auch für die folgenden Novellen abwandeln, immer ein wichtiger Gedanke, wenn’s um das Branding einer Reihe geht. Und wie die nächsten Bände aussehen werden, erfahrt ihr wieder hier, auf dem Blog eures Vertrauens 🙂

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3 Gedanken zu “Seattle Six: Coverdesign

  1. Sabrina schreibt:

    Liebe Eliza,

    es ist sehr interessant wie so ein Cover entsteht.:)
    Gut das es die Nackedeis nicht geworden sind, die gefallen mir auch nicht.

    Deine Cover gefallen mir aber sonst sehr gut. Die von „Will & Grayce“ am Besten. Da war auch das Cover daran Schuld, weshalb ich mir das erste Buch damals näher ansah.:)

    Generell finde ich die Cover in diesem Genre sehr gewöhnungsbedürftig. Viele finde ich furchtbar und wenn ich da jedesmal nach dem Aussehen gehen würde, würde ich viele Bücher gar nicht lesen. Zum Glück lese ich viel auf dem Reader, da muss ich mir die Cover nicht ständig anschauen. ^^

    Liebe Grüße,
    Sabrina

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    • Eliza Bauer schreibt:

      Stimmt, einer der Vorteile von E-Books ist, man hat das Cover nicht ständig vor Augen 😉
      Cover sind zwar immer Geschmackssache, aber leider werden zu oft eigentlich gute Motive durch falsche Komposition und Typografie versaut. Deshalb überlasse ich das jemandem, der nicht nur Ahnung von Grafikprogrammen hat, sondern auch von Design. Und heimse dann alle Lorbeeren ein *muahaha*
      Irgendwann mach ich noch einen Beitrag zum Design der Will & Grayce Cover, dazu hab ich sogar noch den allerersten Entwurf – ganz altmodisch mit Copic Markern auf Papier gezeichnet 😛

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