Hintergründe zur Anthologie: „Der Sturm in meiner Nacht“

Im heutigen Blogpost geht’s um die 2. Story in der Anthologie Wünsche unter dem Winterstern.
Der Sturm in meiner Nacht handelt von der Beziehung zwischen zwei besten Freunden, die auch beruflich Partner sind, und die Änderung, die sie in einer Nacht durchläuft.
Mit über 15.500 Wörtern ist sie für eine Kurzgeschichte recht lang, aber ich hab’s trotz aller wild umherhüpfenden Plot Bunnys geschafft, keine Novelle (ab 20.000 Wörtern) draus zu machen. Es war auch die erste meiner Storys, wo ich das Ende veränderte, nachdem der Alphaleser protestiert hatte (für gewöhnlich bin ich bereit, den Plot in der Mitte jederzeit umzugestalten, aber meine Enden stehen immer vorher fest).

An dieser Stelle folgt wieder eine Spoilerwarnung – wer die Story noch nicht kennt, sollte diesen Beitrag erst nach dem Lesen der Story zu Ende lesen 🙂 Für die Neugierigen geht’s unter der Grafik weiter.
Levanyar hatte seinen ersten öffentlichen Auftritt für die Leserschaft in Weg des Vertrauens. Ich kenne ihn schon ein wenig länger, da ich vor einem Jahr einen Roman schrieb, in dem er als Nebencharakter auftritt.
Er ist einer von Grayces Kollegen, der zusammen mit seinem Partner Nataniel ebenfalls in der Mordabteilung der elfischen Polizei arbeitet. Dass diese beiden beste Freunde sind und Nat seit einiger Zeit wesentlich tiefere Gefühle für Van hegt, war mir von Anfang an klar (da war Nat noch nicht einmal storytechnisch in Erscheinung getreten).
Also entschied ich mich, den Abend zu schildern, an dem Nataniel sich nicht mehr zurückhalten kann und Levanyar zu überzeugen versucht, mehr aus ihrer Freundschaft zu machen. Das Problem dabei ist nicht, dass Van nicht interessiert wäre (er hat nie bestritten, dass er Nat attraktiv findet), sondern dass er nicht glaubt, dass Nataniel an einer ernsthaften, langfristigen Beziehung interessiert ist, und für eine flüchtige Affäre riskiert er auf keinen Fall eine Freundschaft, die ihm viel bedeutet, und darüber hinaus eine perfekt funktionierende berufliche Partnerschaft.

Alkohol spielt eine nicht unerhebliche Rolle in der Story – Nat überwindet sich erst nach einigen Gläsern zu viel dazu, mit seinen Gefühlen herauszurücken, wobei es durchaus im Bereich des Möglichen ist, dass er einen weit betrunkeneren Eindruck erweckt, als er wirklich ist 😛
Alkohol ist auch die Ausrede für den Morgen danach, sich an nichts mehr erinnern zu können. Und am Abend löst eine Flasche Wein als Geschenk eine Wende in Levanyars Wahrnehmung aus …

Das ursprüngliche Ende war wesentlich offener als das veröffentlichte, weil ich davon geprägt bin, dass klassische Kurzgeschichten mit einer Pointe oder überraschenden Wende aufhören und dementsprechend häufig einen offenen Schluss haben.
Nach massivem Protest des Alphalesers („das kannst du so nicht stehen lassen, da muss mehr Happy End rein, sonst ist doch jeder deprimiert!“) fügte ich noch eine Szene hinzu, um Levanyars gedanklichen Umschwung nicht nur äußerst vage anzudeuten, sondern deutlich einzuleiten und kundzutun.
Beiden ist klar, dass sie in Ruhe über ihre Gefühle und die Änderung in ihrer Beziehung reden müssen. Es gibt jetzt keinen Weg mehr zurück zum Status Quo, weil Levanyar es zwar verstandesmäßig weiterhin für eine dumme Idee hält, sich aber emotional bereits zu sehr geöffnet hat. Die Anziehung, die er immer zu Nataniel gespürt hatte, lässt sich nicht mehr unterdrücken.

Ob sie nun wirklich ein festes Paar werden und ihr Happily Ever After bekommen? Wait and see … or read 🙂Cover Wünsche unter dem Winterstern

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