Neuerscheinung: „Kein Schicksal“

Der zweite Band der Seattle-Six-Reihe, KEIN SCHICKSAL, ist nach laaanger Wartezeit endlich erschienen!
Ich lade euch zu weiteren Abenteuern mit Gavin und Jamie auf ihrem steinigen Weg zum ersten offiziellen Date ein, was so viel einfacher wäre, wenn das Leben (und die Autorin) ihnen nicht ständig Hindernisse in den Weg stellen würde.
Schon Shakespeare schrieb, dass es mit der wahren Liebe niemals glatt läuft – „The course of true love never did run smooth.“

Es ist das längste Buch, das ich bislang veröffentlicht habe, und ich hoffe, euch damit einige schöne Lesestunden zu bescheren. Begleitet meine beiden Jungs beim emotionalen Kampf gegen ihre Ängste und Zweifel und seid dabei, wie sie sich trotz Unsicherheit und Besorgnis öffnen, um Liebe und Vertrauen wachsen zu lassen.



Der Fotograf Gavin Sanderson hat in Jamie seinen Traummann gefunden. Nachdem sich die beiden bei einem privaten Shooting näherkamen, möchte Gavin unbedingt mehr Zeit mit dem sexy Cop verbringen, um herauszufinden, ob sie mehr als nur unglaubliche Chemie im Bett verbindet.

Jamie MacLean hat sich nach Jahren des Versteckspiels endlich zu seiner Homosexualität bekannt. Gavin ging ihm so sehr unter die Haut, dass sich Jamie nicht länger selbst belügen konnte.
Doch noch weiß niemand aus seinem Umfeld, dass er schwul ist. Ein Umstand, den er ändern muss, wenn seine Beziehung mit Gavin eine Zukunft haben soll.

Beide wollen unbedingt ihr erstes »offizielles« Date nachholen, doch ständig stoßen sie auf Hindernisse, die einen romantischen Abend verhindern: Familienmitglieder in einer Krise, Freunde in Not, ein missglücktes Outing, eine Autopanne, Stress im Job, ein medizinischer Notfall …
Dadurch wachsen Gavins Unsicherheiten in Bezug auf Jamies Gefühle und dessen Beruf als Cop, während sich Jamie mit einer homophoben Familie und einem kräfteraubenden Arbeitseinsatz konfrontiert sieht.

Versucht das Schicksal, ihnen einen Wink zu geben, es bei einer kurzen Affäre zu belassen? Oder lohnt es sich, Zweifel und Ängste zu überwinden und für ihre frische Beziehung zu kämpfen, damit daraus Liebe erwachsen kann?

Hinweis: Enthält einen unsicheren Fotografen, der seine Geduld und Nerven verliert, einen überarbeiteten Cop, der Angst hat, seine Familie zu verlieren, Date-Versuche voller Unterbrechungen, einen Polizeieinsatz mit einem unfreiwilligen Zeugen, einen Krankenhausaufenthalt und statt eines Silberstreifs einen ganzen Regenbogen am Horizont.


SEATTLE SIX: Sechs Freunde, zusammengeschweißt durch ihre gemeinsame Collegezeit in Seattle, in der ihnen die Liebe zum eigenen Geschlecht oft genug Schwierigkeiten bereitete. Eine Reihe von Romanen erzählt von ihren Abenteuern auf der Suche nach Mr. Right.

Kein Schicksal hat 117.000 Wörter (ca. 460 Taschenbuchseiten). Der zweite Roman der SeattleSix-Reihe schließt chronologisch und inhaltlich direkt an Band 1, Fremdes Begehren an, kann jedoch auch unabhängig gelesen werden.


Ich hoffe, euch gefällt dieser Liebesroman und ihr freut euch mit mir auf weitere Bücher zu den Seattle Six 🙂

Auszug aus Seattle Six 2

Zur Überbrückung bis zum Erscheinen vom zweiten Band der SeattleSix-Reihe Kein Schicksal nächste Woche präsentiere ich hier schon mal eine Szene vom Anfang als Appetithappen 🙂


Als Jamie am Montagabend ins Fitnessstudio kam, befand sich Takeo bereits auf dem Laufband. Dem dünnen Schweißfilm auf seiner Stirn nach zu schließen bereits länger als eine Viertelstunde.
Neben ihm war noch ein freier Platz und Jamie hängte sein Handtuch über den Rand der Bedienkonsole, ehe er sich aufs Laufband stellte. So viel er gestern auch auf den Beinen gewesen war, so viele Stunden hatte er heute an seinem Schreibtisch zugebracht, und sein steifer Rücken würde ihm die Bewegung danken.
Normalerweise lief er lieber im Freien und joggte im Discovery Park oder im Queen Anne Greenbelt, falls er keine Lust hatte, ins Umland zu fahren, aber bei dem heutigen Nieselregen war er dankbar, ein Treffen mit Takeo in ihrem Stamm-Studio ausgemacht zu haben.
Sie arbeiteten beide im West Precinct, wenn auch in unterschiedlichen Abteilungen, und dieses Gym lag dem Polizeirevier am nächsten. Deshalb bestanden die Kunden auch zum Großteil aus Cops.
»Hey.« Takeo sah zu ihm, ohne das Tempo zu verlangsamen, und streckte ihm seine Faust entgegen.
»Hi.« Jamie begrüßte ihn mit ihrem üblichen Handschlag und stellte ein gemütliches Tempo zum Aufwärmen ein. Mit einem leisen Surren setzte sich das Band in Bewegung und Jamie ebenfalls. Ohne Surren. »Wie läuft’s?«
»Das Band läuft, ich laufe, im Job läuft’s. Mal besser, mal schlechter. Viel Arbeit, wenig Freizeit, noch viel weniger Zeit für Bekanntschaften. Bei dir?« Er atmete schnell, hatte aber keine Probleme zu reden.
»Ähnlich. Dermaßen viel zu tun, dass ich zwei Wochen durcharbeiten könnte, ohne dass mir langweilig wird. Sehe meine Wohnung nur noch zum Schlafen.«
»Wenn du nicht zu Hause bist, kannst du auch keine Unordnung veranstalten, die du dann wegräumen müsstest.«
»Auch wieder wahr. Mir wäre trotzdem etwas mehr Freizeit lieber. Und weniger Einsätze bei Nacht. Versauen mir komplett meinen Schlafrhythmus.«
»Kenne ich noch vom Streifendienst. War eine grausame Zeit.«
»Ich darf ab nächster Woche meine mir in der College-Zeit mühsam erworbenen Fähigkeiten einsetzen. Wenn ich Glück habe.« Die Geschwindigkeit war so gewählt, dass er noch nicht laufen musste, sondern schnelles Gehen reichte, und er rollte mit dem Schultern, die nach einem langen Arbeitstag verspannt waren.
»Flirten und trinken?«
»Drinks mischen.«
»Hm?« Takeo sah kurz zu ihm. »Du hast wieder einen Nebenjob als Barkeeper angenommen? Willst du auf ein Haus sparen?«
»War nicht meine Idee, sondern Millers.« Jamie zog im Gehen den Kopf in Richtung Schulter, zuerst auf die eine, dann auf die andere Seite. Schmerz schoss seinen Nacken hinauf. »Verdeckte Ermittlungen und so.«
»Oh, dann war der Nebenjob gut angelegte Zeit. Du wirst vom normalen Dienst abgezogen?«
»Vermutlich. Muss aber erst den Probetag hinter mich bringen. Stehe noch auf der Vielleicht-Liste vom Barbesitzer.«
Takeo war klug genug, nicht nachzufragen, um wen es sich handelte, da ihm Jamie ohnehin nichts verraten würde. Was der Mann nicht wusste, konnte er nicht ausplaudern, nicht einmal unbewusst. »Dann wirst du wohl gar nicht mehr in deine Wohnung kommen, oder? Noch weniger Unordnung.«
»Und noch weniger Zeit für ein Privatleben.« Mit einem Seufzen erhöhte Jamie das Tempo und joggte langsam dahin.
Takeo warf einen Seitenblick zu der Frau neben ihm, die gerade vom Laufband stieg. Jetzt waren sie allein in dieser Ecke. »Wie war es mit Gavin?«, fragte er halblaut und sah zu Jamie. Er bemühte sich sichtlich, nicht zu neugierig dreinzuschauen, und versagte ziemlich darin.
»Nett.«
»Nett?« Takeo zog die feinen Augenbrauen hoch und trabte unverdrossen weiter, auch wenn er weiter Jamie anblickte. »Das ist alles, was du mir gibst?«
»Was willst du hören?«
»Details. Alle schmutzigen Einzelheiten. Und von mir aus auch die sauberen.«
»Wir hatten eine schöne Zeit auf der Hütte. Er hat viele Fotos von mir gemacht. Sein Kuchen ist toll.«
»Mein Gott, Jay.« Takeos Schritte blieben gleichmäßig, nur seine Stimme wurde eine Spur lauter. »Lass mich doch nicht verhungern.«
»Ach, du siehst so aus, als stündest du ganz gut im Futter.«
»Gut im Futter?« Takeo klopfte sich auf den Bauch unter dem engen T-Shirt. »Alles Muskeln. Ich verbringe nicht mindestens dreimal die Woche meine spärliche Freizeit hier, weil mir langweilig ist.«
»Sondern weil du mit einen Traumkörper über deinen Mangel an Charme hinwegtäuschen willst?«
»Haha. Ich habe genug Charme für drei Leben. Also?«
Jamie sah geradeaus zum Fenster hinaus. Der Abend wurde von Straßenlaternen, Scheinwerfern und Lampen hinter den Fensterscheiben der gegenüberliegenden Geschäfte und sich darüber befindlichen Wohnungen beleuchtet. Eigentlich wollte er jetzt nur noch heim, unter die Dusche und sich ins Bett verkriechen. Sein Elan von gestern, mit Takeo zu reden, war wie weggewischt und hatte einer umfassenden Müdigkeit Platz gemacht. Sie war zum Teil körperlicher Natur, weil seine Tage anstrengend und seine Nächte kurz waren, aber zum Teil war er einfach geistig erschöpft.
Ständig musste er an seine Familie denken. Diese hatte bereits vor Jahren klargemacht, was sie von Homosexualität hielt. Nämlich nichts. Gar nichts. Und sich vor ihr als schwul zu outen … Er hätte lieber Glasscherben gegessen und mit Säure hinuntergespült.
Er hatte auch viel an Takeo gedacht. Ob dieser wirklich so cool reagieren würde, wie Jamie hoffte. Oder ob er genauso erschüttert von der Erkenntnis sein würde wie Jamie selbst.
Und er dachte ständig an Gavin. Diese Gedanken waren wenigstens zum Teil erfreulich. Zum Teil … nicht einmal das. Denn er machte sich Sorgen, ob er Gavin irgendwie enttäuschen würde, wenn er sein Outing einfach so lange wie möglich hinausschob. Ob der Mann ihn dann fallen lassen würde. Wie viel Zeit Jamie wohl hatte, bis Gavins Geduldsfaden riss und er sich nach einem Mann umsah, der eine weniger komplizierte Familie hatte.
Dabei wusste Gavin noch nicht einmal, wie viel Zeit Jamies Job verschlang, und war von ihm noch nicht versetzt worden, weil Jamie Überstunden machen musste.
Aber er konnte sich auch nicht einfach verkriechen und hoffen, dass es besser werden würde. Mit der Einstellung würde er sich keinen Gefallen tun. Besser war es, sein Leben selbst auf die Reihe zu kriegen. Immer einen Schritt nach dem anderen.
Und so nervig Takeo auch sein konnte, war er doch ein treuer Freund und exzellenter Zuhörer, der durchaus hilfreiche Ratschläge hatte.
Außerdem, wer wusste schon, wann Jamie diese Woche wieder zum Trainieren kommen würde? Also war es besser, diesen Abend, an dem er zur Abwechslung einmal vor sieben Uhr aus dem Büro gekommen war, fürs Training zu nutzen. Und für ein Gespräch unter Männern, weil Takeo ja sonst doch keine Ruhe geben würde. Gavin hatte ein Shooting und daher ohnehin keine Zeit.
Allerdings hätte Jamie sofort alles abgebrochen, sich seine Tasche geschnappt und wäre zu Gavin gefahren, falls dieser ihm sagte, dass sein Kunde den Abendtermin abgesagt hatte.
»Erde an Jamie.«
Er drehte den Kopf und sah Takeo an. »Tut mir leid, war kurz abgelenkt.«
»Das habe ich mitbekommen. Muss ich ernsthaft mehr Details aus dir herausprügeln?«
»Versuch es lieber mit Bestechung. Du hast gestern was von Kuchen erwähnt.«
»Willst du Alkohol, Essen oder meine Hilfe, um deine Wohnung geschmackvoller einzurichten?«
»Die ersten beiden klingen gut.« Jamie sah auf die Uhr auf der Bedienkonsole. »Ich mache dir einen Vorschlag. Du lässt mich eine halbe Stunde in Ruhe laufen, dann setze ich mich noch zwanzig Minuten auf die Ruderbank und danach gehöre ich ganz dir.« Für gewöhnlich trainierte er mit seinem Körpergewicht, aber hin und wieder waren Geräte ganz nützlich.
»Hm, mir wäre ja ein umfassendes Geständnis gleich lieber, aber bitte.« Das Laufband surrte schneller, als Takeo das Tempo erhöhte. »Diese Stunde werde ich schon noch aushalten. Essen im Pink Panther?«
»Wenn es sein muss.« Jamie war nicht wirklich ein Fan des Restaurants. Zu viel Rosa, zu viele Plastiktiere, zu viele Topfpflanzen.
»Das Essen dort ist toll, die Kellner sind süß und die Cocktails leistbar. Außerdem liegt es um die Ecke.«
»Ich komme mir dort jedes Mal wie im Dschungel vor.«
»Als wärst du schon einmal im Dschungel gewesen.«
»Gut, dann ins Panther.« Immerhin war das Essen dort wirklich gut und er musste zu Hause nichts mehr zubereiten.
»Beantworte mir als Appetithäppchen wenigstens eine Frage.«
»Nein.«
»Bitte.« Takeo hatte die Unterlippe vorgeschoben und blickte ihn mit großen Augen an.
Lachend schüttelte Jamie den Kopf. »Du bist unmöglich.«
»Und so liebenswert, dass du mir eine Antwort geben willst.«
»Na schön.«
Takeos gleichmäßige Schritte bildeten den Hintergrund zu seiner halblauten Frage. »Habt ihr gevögelt?«
»Ts ts. Noch direkter ging es wohl nicht, oder?«
»Ach, ich dachte mir, ich lasse dich das gleich ausschließen, dann kann ich in Ruhe weiterlaufen.«
»Ja.«
»Was ja?«
»Ja, wir haben miteinander gevögelt.«
Aus dem Augenwinkel sah Jamie, wie Takeo mit offenem Mund stehen blieb.
Im Gegensatz zum Laufband.
Im nächsten Moment verschwand der Mann aus Jamies Sichtfeld.
Im übernächsten ertönte ein Rumpeln und ein Fluch.
Als Jamie den Kopf nach hinten drehte, saß Takeo vor dem Ende des Laufbands auf dem Hintern und starrte ihn fassungslos an.
Jamie richtete den Blick wieder auf die Fensterfront vor sich und lief ungerührt weiter.


Erhältlich auf Amazon

Seattle Six Band 2 – Cover, Klappentext und Erscheinungstermin

Endlich ist es so weit und einer neuer Roman von mir ist fertig. Okay, noch nicht ganz fertig, das Buch steckt noch mitten in der Endkorrektur, aber ich habe bereits einen Titel – KEIN SCHICKSAL –, das Cover und einen Klappentext *Fanfaaare*

Und am 1. JUNI lade ich euch zu weiteren Abenteuern mit Gavin und Jamie ein.



Der Fotograf Gavin Sanderson hat in Jamie seinen Traummann gefunden. Nachdem sich die beiden bei einem privaten Shooting näherkamen, möchte Gavin unbedingt mehr Zeit mit dem sexy Cop verbringen, um herauszufinden, ob sie mehr als nur unglaubliche Chemie im Bett verbindet.

Jamie MacLean hat sich nach Jahren des Versteckspiels endlich zu seiner Homosexualität bekannt. Gavin ging ihm so sehr unter die Haut, dass sich Jamie nicht länger selbst belügen konnte.
Doch noch weiß niemand aus seinem Umfeld, dass er schwul ist. Ein Umstand, den er ändern muss, wenn seine Beziehung mit Gavin eine Zukunft haben soll.

Beide wollen unbedingt ihr erstes »offizielles« Date nachholen, doch ständig stoßen sie auf Hindernisse, die einen romantischen Abend verhindern: Familienmitglieder in einer Krise, Freunde in Not, ein missglücktes Outing, eine Autopanne, Stress im Job, ein medizinischer Notfall …
Dadurch wachsen Gavins Unsicherheiten in Bezug auf Jamies Gefühle und dessen Beruf als Cop, während sich Jamie mit einer homophoben Familie und einem kräfteraubenden Arbeitseinsatz konfrontiert sieht.

Versucht das Schicksal, ihnen einen Wink zu geben, es bei einer kurzen Affäre zu belassen? Oder lohnt es sich, Zweifel und Ängste zu überwinden und für ihre frische Beziehung zu kämpfen, damit daraus Liebe erwachsen kann?

Hinweis: Enthält einen unsicheren Fotografen, der seine Geduld und Nerven verliert, einen überarbeiteten Cop, der Angst hat, seine Familie zu verlieren, Date-Versuche voller Unterbrechungen, einen Polizeieinsatz mit einem unfreiwilligen Zeugen, einen Krankenhausaufenthalt und statt eines Silberstreifs einen ganzen Regenbogen am Horizont.

SEATTLE SIX: Sechs Freunde, zusammengeschweißt durch ihre gemeinsame Collegezeit in Seattle, in der ihnen die Liebe zum eigenen Geschlecht oft genug Schwierigkeiten bereitete. Eine Reihe von Romanen erzählt von ihren Abenteuern auf der Suche nach Mr. Right.

Kein Schicksal hat 117.000 Wörter (ca. 460 Taschenbuchseiten). Der zweite Roman der Seattle-Six-Reihe schließt chronologisch und inhaltlich direkt an Band 1, Fremdes Begehren an, kann jedoch auch unabhängig gelesen werden.


Ich habe eine Vorbestellung bei AMAZON für 1. Juni eingerichtet, also in weniger als einer Woche (leichte Nervosität macht sich breit).

Ich bin schon ganz gespannt, was ihr zu den weiteren Abenteuern von Gavin und Jamie in Kein Schicksal sagt, und hoffe, ihr habt beim Lesen genauso viel Spaß wie ich beim Schreiben.

Wie und warum es mit Gavin und Jamie weitergeht, oder: Epic Love Takes Time


Ich stecke mitten in der Überarbeitung von der Fortsetzung zu Fremdes Begehren und versuche mit mehr oder weniger viel Haareraufen, die vorhandenen Szenen in die richtige Reihenfolge zu bringen.
Manchmal schreibe ich eine Geschichte chronologisch, manchmal wild durcheinander. Beim 2. Band der Seattle-Six-Reihe war Letzteres der Fall und jetzt stehe ich vor der Herausforderung, Szenen wie »Gespräch mit Oma 1«, »Gespräch mit Oma 2« und »Gespräch mit Oma 3« an einer sinnvollen Stelle einzufügen. Und mich zu fragen, ob ich wirklich 3 Gespräche mit Oma brauche.

Um eine mir öfters gestellte Frage zu beantworten: Warum handelt Band 2 wieder von Gavin und Jamie? Ihre Geschichte habe ich ja schon in Band 1 erzählt.

Die kurze Antwort: Es gab noch zu viel um die beiden zu erzählen.

Die lange Antwort (ich kennt mich, kurz liegt mir nicht wirklich :-D): Am Ende von Fremdes Begehren – ich füge hier mal vorsichtig eine Spoilerwarnung ein – sind sich beide Hauptcharaktere einig, es miteinander zu versuchen. Aber von »lernen wir uns näher kennen und schauen, wie es läuft« zu »wir sind ein festes Paar« ist es ein weiter Weg (der in der aktuellen Fassung knapp 300 Seiten umfasst).
Da ist zum einen die Tatsache, dass sich Jamie weiterhin mit seiner neuentdeckten Homosexualität arrangieren muss. Wie geht er mit seiner Familie um? Wann outet er sich? Vor wem zuerst?
Zum anderen schwankt Gavin zwischen dem Vorhaben, seinem Freund Zeit zu geben, mit der neuen Situation zurechtzukommen, und dem Wunsch, es möglichst sofort und möglichst der ganzen Welt zu verkünden. Er hasst Geheimhaltung und Versteckspiele, aber genau darauf läuft es in seinen Augen hinaus.
Es gab zu viele offene Fragen und zu viel fortlaufende Charakterentwicklung, um nicht darüber zu schreiben – wie reagieren Gavins Freunde, als sie von einem neuen Mann in seinem Leben hören? Wie geht Gavin damit um, dass dieser Mann einen durchaus gefährlichen Beruf hat? Wem vertraut sich Jamie an? Wie stellen sie sich eine gemeinsame Zukunft vor? Haben sie überhaupt eine gemeinsame Zukunft, solange Jamie aus seiner sexuellen Orientierung ein Geheimnis macht und Gavin aus Angst vor einem weiteren gebrochenen Herzen wie auf Eierschalen herumläuft?
Tja, und daraus ergab sich der Plot von Band 2 der Reihe, der mir auch die Chance bot, mehr von Gavins Freunden, den titelgebenden Seattle Six, zu erzählen, und für diese Männer ein paar Räder in Richtung Romance in Bewegung zu setzen.

Und jetzt setze ich mich weiter an den Chaoshaufen aus Szenen und Snippets, aus denen ein Buch werden soll.

Neuauflage „Fremdes Begehren“

Da (psst) im Juni der 2. Band der SeattleSix-Reihe erscheint, wollte ich den 1. Band, Fremdes Begehren, auf den bestmöglichen Stand bringen. Dazu gehörte eine gründliche Überarbeitung und Erweiterung des bestehenden Kurzromans zu einem „normalen“ Roman, indem ich einen zweiten Blickwinkel und neue Szenen einfügte.

Als ich vor einigen Jahren (wow, das ist echt schon lange her) Fremdes Begehren schrieb, stand kein großer Masterplan dahinter. Ich hatte eine Grundidee von sechs schwulen Männern in Seattle, die in einigen Büchern ihren Partner fürs Leben finden sollten, und einen Plot für den ersten Band.
Primär ging es mir darum, erstens dieses hartnäckige Plotbunny loszuwerden, das dauernd von Jamie erzählte, der sich selbst endlich eingestehen müsste, dass er schwul ist, und zweitens wollte ich herausfinden, ob ich überhaupt eine zeitgenössische Romance schreiben kann.
Zu diesem Zeitpunkt, 2016, hatte ich zwar schon Liebesromane geschrieben, aber allesamt in einem Fantasy-Setting. Seattle der Gegenwart war ein völlig neues Pflaster für mich, und ich wollte sehen, ob ich mich auch in unserer Zeit wohlfühle.
Was ich tat. Endlich konnte ich Bezug auf Pop Culture nehmen, Fernsehserien erwähnen und mit Metaphern um mich werfen, ohne mich zu fragen, ob jemand in einer ans Mittelalter angelehnten Fantasywelt überhaupt »Dampf ablassen« kann.

Dabei beging ich einen Fehler, der mir erst viel später auffiel: Ich war so sehr auf Jamie und seine Entwicklung konzentriert, dass ich vergaß, dass sich die Reihe um Gavin und seine Freunde dreht. Gavin war der Katalysator für Jamies Entwicklung, erhielt selbst aber nicht den Raum, der ihm eigentlich zustehen sollte. Vor allem keine eigene Erzählstimme.
Im Nachhinein erscheint es mir nicht besonders klug zu sein, eine Reihe Seattle Six zu nennen und einem Vertreter dieser sechs Freunde nicht einmal eine Perspektive zu gönnen.
Nun ja, Fehler passieren, ich hatte noch nicht so viel Erfahrung im Schreiben, aber jetzt versuche ich, diesen Fehler zu beheben.

Als ich 2017 (ja, ich weiß, ich habe ewig gebraucht, um dieses Buch abzuschließen) mit Band 2 anfing, war von Anfang an klar, dass es eine direkte Fortsetzung von Jamies und Gavins Geschichte sein und dass Gavin diesmal seine eigene Perspektive bekommen würde. Ich schrieb die ersten zwei Szenen aus der Sicht von Gavin neu, nur um ein Gefühl für den Charakter, seine Denkweise und seine Stimme zu bekommen.
Dann dachte ich mir, ich könnte ja Fremdes Begehren in seiner Gesamtheit aus Gavins Sicht erzählen, weil es mir riesigen Spaß machte, die Ereignisse aus seiner Sicht zu schildern. Nur was sollte ich mit diesem Buch tun? Abgesehen davon, es meiner Mailingliste zur Verfügung zu stellen (eine Szene aus Gavins Sicht hatte ich schon einmal geteilt).
Ich wollte kein zweites Buch veröffentlichen, das exakt die gleichen Geschehnisse aus der Sicht des zweiten Hauptcharakters erzählt, weil mir das einfach redundant vorkommt. Ich wollte die Szenen aus Gavins Sicht nicht einfach hineinkopieren, weil die Leser:innen dann gleich hintereinander die doppelte Sicht bekommen hätten und das wird schnell langweilig.
Das Einzige, was für mich Sinn ergab, war, meinen ursprünglichen Fehler zu korrigieren, indem ich Fremdes Begehren erweitere und Gavins Perspektive einfüge, aber nur in NEUEN Szenen. Also galt es erst einmal herauszufinden, ob es neue Szenen geben kann, die den Leser:innen Gavins Entwicklung vermitteln, nicht langweilen und bei denen Jamie nicht dabei ist. Und, als Bonus, mehr seiner Freunde vorstellen als nur Greg, der schon in der Urfassung einen Auftritt hatte.

Neue Szenen waren schnell gefunden und ich schrieb Fremdes Begehren zur Hälfte neu. Dabei überarbeitete ich das bestehende Buch noch einmal gründlich und besserte einige Kleinigkeiten aus, die mich mittlerweile stören (Jamie kommt manchmal etwas sexistisch rüber und hat echt null Taktgefühl ggg). Außerdem schrieb ich neue Szenen mit Gavin, auch mit seinen Freunden, und hatte im Allgemeinen einfach viel Spaß damit, wieder Zeit in Seattle zu verbringen.
Diese Neuausrichtung von Band 1 dient gleichzeitig als Vorbereitung für die Überarbeitung von Band 2. Man sollte nicht glauben, was man auch als Autorin dieses Buches alles vergisst, aber im 2. Band plötzlich braucht.

Neuauflage bedeutet auch, dass ich schlicht und einfach eine neue Datei bei Amazon hochlade und damit das bestehende Buch ersetze. Wer das Buch bereits gekauft hat und die neue Fassung ebenfalls lesen möchte, muss nur das File aktualisieren, was natürlich kostenlos ist (manchmal funktioniert es mit „Aktualisierung anfordern“, meistens nicht. In dem Fall wendet euch bitte an den Kundendienst von Amazon, da ich keinen Zugriff auf die technischen Abläufe habe und leider nicht helfen kann. Alternativ dazu könnt ihr mir auch einen Screenshot des Kaufbelegs zukommen lassen und ich maile euch das neue File).

Quintessenz dieser überlangen Erklärung: Der erweitertete erste Band der SeattleSix-Reihe ist ab sofort HIER erhältlich. Inhaltlich ändert sich nichts, nur bekommt Gavin jetzt seine eigene Perspektive und jede Menge neue Szenen, ohne dass die bestehenden doppelt erzählt werden.
Der Roman hat jetzt 72.000 Wörter (also um 30.000 mehr als in der Erstauflage) und in ein paar Wochen wird es dazu auch eine Printausgabe geben.

Schreibupdate

Nachdem ich in den letzten Monaten endlich wieder zu einer Schreibroutine gefunden habe und mein Brotjob mir etwas mehr Zeit lässt, geht es tatsächlich mit meinen Projekten voran. Nicht mit allen und auch nur in Babyschritten, aber immerhin voran!
Noch im Sommer soll eine neue Story erscheinen, sogar mit einer Premiere, weil es das erste meiner Bücher ist, das in Österreich spielt. Ein schüchterner Gärtner mit künstlerischen Ambitionen kümmert sich um die Pflanzen eines in Wien lebenden Engländers. Weitere Hauptrollen spielen ein Skizzenblock, ein Pool und jede Menge Kirschen.
Ich glaube, ich schreibe das nur, damit ich mir zumindest vorstellen kann, in einem Pool zu plantschen 😉 Gedankliche Hitzeflucht oder so.

Nebenbei habe ich wieder die Arbeit am zweiten Band von Seattle Six aufgenommen (weiterhin titelos) und da gerade die 50%-Marke geknackt *jubel*
Eine Veröffentlichung noch in diesem Jahr sollte sich also ausgehen, ich peile mal den Novemember an.

In ein paar Wochen kann ich euch das Cover der Pool-Kirsch-Story zeigen, dann auch mit einem konkreten Erscheinungstermin.

Bis dahin wünsche ich euch einen schönen Sommer!

Manuskript-Montag: Seattle Six 2

Ja, es gibt noch mal einen Manuskript-Montag mit Seattle Six. Und vermutlich werden noch einige mit Auszügen folgen, nachdem das doch ein längerer Roman wird.

Heute stelle ich euch ein weiteres Mitglied der Freundesrunde vor: Xander. Als Schauspieler in der SF-Serie Starscape ist er meistens bei Dreharbeiten in Vancouver, kommt aber so oft es geht nach Seattle zurück, um seine Freunde zu besuchen.

Der Auszug ist wie immer unlektoriert und unkorrigiert.

Gavin öffnete die Haustür und deutete mit einer schwungvollen Bewegung an sich vorbei. »Komm rein.«
Xander drückte seine Faust an Gavins und marschierte an ihm vorbei. »Freut mich, dass es doch noch geklappt hat.«
Mich weniger. Aber er war zu höflich, um seinem Freund das zu sagen. »Willst du gleich anfangen oder zuerst was trinken?«
»Kommt darauf an, wie viel Zeit du hast.« Xander stellte seine Tasche neben der Couch im Wohnzimmer ab. Er trug ein weißes Hemd und Jeans, was Gavin an Jamie erinnerte. An ihr Fotoshooting in seinem Haus. Wo es diesen Moment gegeben hatte …
Toll. Ich werde beim Anblick von einem weißen Hemd nie wieder an was anderes denken können.
»Den ganzen restlichen Tag.« Leider. Gavin hatte vorgehabt, um diese Zeit gemütlich auf der Terrasse seiner Hütte zu sitzen, mit einem Drink in der Hand dem Bach beim Gurgeln zuzusehen und von einer ersten Runde Sex erschöpft und befriedigt zu sein.
»Ich dachte, du hast noch was Wichtiges vor?«
»Dachte ich auch.«
»Oh.« Xander ließ sich aufs Sofa fallen und streckte die langen Beine aus. Er sah noch müder aus als heute Vormittag. Nur seine Haare waren irgendwie anders. »Bist du versetzt worden?«
»Nicht wirklich. Warst du beim Friseur?«
»Ja.« Er strich mit einer Hand über die kurzgeschorene Seite. »Nachdem ich ohnehin eine Perücke trage, ist den Produzenten egal, welche Frisur ich habe.« Er zog an einer der längeren Haarsträhnen am Oberkopf. »Ganz im Gegensatz zum armen Rupert. Als er sich die Haare hat abschneiden lassen, sind sie ausgeflippt.«
»Sieht gut aus. Was willst du trinken?«
»Danke. Wasser, bitte. Ich war ein böser Bube und die ganze Woche nicht im Fitnessstudio. Muss mir mein Bier erst verdienen.«
»So viel Stress in der Arbeit oder anderwertig beschäftigt?« Gavin wackelte vielsagend mit den Augenbrauen.
»Ersteres. Wir hatten vier Drehtage bis elf Uhr abends, und nachdem ich jeden Tag um fünf am Set sein muss, war Training echt nicht drin.« Seufzend lehnte er sich zurück und fuhr sich mit beiden Händen übers Gesicht. »Spiel nie ein Alien, haben sie gesagt. Jedenfalls nicht mehrere Folgen lang, haben sie gesagt. Weil das Make-up ewig dauert.« Er verschränkte die Hände hinterm Kopf. »Und recht hatten sie.«
»So viel Make-up trägst du doch gar nicht.« Ishar, der Außerirdischen, den Xander in der Serie Starscape spielte, hatte ein paar Stirnwülste und einige Kerben in der Nase, also nichts, was Gavin für sonderlich aufwendig hielt.
»Seitdem wir HD drehen, ist das Make-up noch aufwendiger und dauert länger. Weil du jeden winzigen Fehler siehst. Also verbringe ich die Hälfte meiner Drehtage in der Maske.«
Gavin ging in die Küche und holte zwei Flaschen mit Wasser. Xander nahm sich eine und schraubte sie auf.
»Ein Gutes hat die Sache ja.«
»Abgesehen von einem großzügigen Scheck jeden Monat, internationaler Berühmtheit und der Sicherheit, dass sich daran die nächsten Jahre nichts ändern wird?«
»Verschrei es nicht. So eine Serie wird schneller abgesetzt, als uns allen in diesem Business lieb ist. Ich meinte damit, dass ich in letzter Zeit echt viel lese. Oder Hörbücher höre, während meine Engel an mir rumfummeln.« Er nahm einen langen Schluck. »Und du bist noch nicht vom Haken. Was ist mit deinem Date?«
»Warum gehst du von einer Verabredung aus?«
»Weil du diesen enttäuschter-Welpe-mit-dem-niemand-spielen-will-Blick aufgesetzt hast. Und den habe ich in den letzten Jahren sehr selten gesehen. Also bin ich jetzt natürlich mörderisch neugierig.«
Erwischt. »Okay, es war eine Verabredung.«
»Mann, Gav, jetzt lass dir doch nicht alles aus der Nase ziehen.« Xander winkte energisch mit zwei Fingern. »Details, Alter, ich will Details!«
»Es ist noch nichts Festes. Ich möchte ungern darüber plaudern, solange ich nicht weiß, wie sich diese Beziehung entwickelt.« Den Versuch war es wert, Xander damit zufriedenzustellen, auch wenn Gavin sich eine allzu großen Chancen ausrechnete, mit dieser mageren, wenngleich ehrlichen Auskunft davonzukommen.
»Ha!« Xander zeigte mit dem Finger auf ihn. »Du hast Beziehung gesagt. Also ist da schon mehr im Spiel.«
Gavin verdrehte die Augen. »Allgemein Beziehung zu einem anderen Menschen. Nicht im romantischen Sinn.«
»Mir doch egal, wie du es definierst.«
»Hast du heute beim Brunch nicht zugehört? Ich möchte noch nicht darüber reden.«
»Wirklich nicht?« Jetzt hatte Xander einen Welpenblick aufgesetzt. »Du weißt, dass du mir alles sagen kannst.«
»Natürlich weiß ich das. Ich will nur nicht.«

Mehr von Gavin, Jamie und ein klein wenig von Xander gibt es bald wieder auf diesem Kanal. Also schalten Sie ein, wenn es wieder heißt: „Seattle Six. Abenteuer in fremden Hosen.“ 😉

Manuskript-Montag: Seattle Six 2

Ich erkläre den heutigen Tag zum Manuskript-Montag und belebe diese Seite mit einem kleinen Auszug (unlektoriert, unkorrigiert) aus dem Manuskript, an dem ich zur Zeit arbeite – Teil 2 der Seattle Six-Reihe, die sich hauptsächlich um Gavin und Jamie, das Paar aus Teil 1 dreht und daneben einige der zukünftigen Protagonisten vorstellt.

Gavin trat aus dem Aufzug und konnte sich seinen Anfall von Nervosität nicht erklären. Jamie wusste, dass er kam, schließlich hatte er ihm die Haustür mit dem Summer geöffnet. Die ganze Woche hatten sie sich SMS geschrieben und ein paar Mal telefoniert. Es war ja nicht so, als ob sie einander völlig fremd wären. Sie hatten sogar schon Sex gehabt, und jede Befangenheit sollte spätestens damit verflogen sein.
Und dennoch kribbelte es in seinem Magen, als hätte er Ameisen zum Brunch gehabt und noch immer nicht verdaut, sein Herzschlag beschleunigte sich und seine Handflächen wurden feucht. Schnell wischte er sie an seiner Jeans ab und ging zur Jamies Wohnungstür.
Kaum hatte er angeklopft, als sie auch schon geöffnet wurde. Jamie stand in der Tür und trug nicht wie erwartet ein breites Grinsen im Gesicht, sondern ein schüchternes Lächeln. »Hi.« Er trat beiseite und machte eine einladende Geste. »Komm rein.«
»Hallo.« Gavin verharrte an der Schwelle. Sollte er ihm die Hand geben? Ihm umarmen? Ihn gar küssen? Besser nicht bei geöffneter Tür. Laut Jamie war seine Nachbarin eine Meisterspionin, von der jeder CIA-Agent noch etwas hätte lernen können. Er ging an Jamie vorbei, und als die Tür ins Schloss fiel, drehte er sich um. »Ich …« Er hob die Hände, wusste dann aber nicht, was er mit ihnen anstellen sollte, und ließ sie wieder sinken.
»Schön, dass du da bist.« Jamies Lächeln verblasste, und er fuhr sich mit einer Hand durch die kurzen Haare. »Hör zu, ich hab echt keine Ahnung, was das Protokoll für solche Fälle ist. Geben wir uns die Hand? Oder ist ein Kuss zur Begrüßung okay? «
Erleichtert schnaubte Gavin. »Was immer dir lieber ist.«
»Küssen.« Die Antwort kam wie aus der Pistole geschossen, und noch ehe sich Gavin darauf einstellen konnte, hatte Jamie die Distanz zwischen ihnen überbrückt und drückte die Lippen auf seine.
Der Kuss war eher ein Küsschen, mit geschlossenem Mund und ohne auch nur eine Spur Feuchtigkeit oder Leidenschaft. Vermutlich war das passend für eine Begrüßung. Aber es war auch total unbefriedigend.
Jamie trat einen Schritt zurück, und Gavin folgte ihm wie an einer unsichtbaren Schnur. Kaum hatte er die Arme um die Mitte des Mannes gelegt, verlor dieser jede Zurückhaltung, kam Gavin sofort entgegen und musste nicht im Geringsten herangezogen werden.
»Zu wenig?«, flüsterte Jamie und streckte einladend den Kopf vor.
»Viel zu wenig.« Gavin ließ sich nicht zweimal bitten und küsste ihn auf den Mund. Diesmal richtig. Ließ seine Zunge über die weichen Lippen gleiten, öffnete sie, ohne auf Widerstand zu stoßen, und dann explodierten die Schmetterlinge in seinem Bauch und hinterließen Hitze, die sich durch seinen ganzen Körper zog.
Jamies Hände landeten auf seinem Nacken, eine wanderte seinen Rücken hinunter, während die andere durch Gavins Haare streichelte, und dann zog Jamie ihn an sich. Ihre Hüften berührten sich, ihre Brust ebenfalls, und keiner hatte eine Chance zu verbergen, wie sehr dieser Kuss ihn in Aufregung versetzte.
Aus dem einen Kuss wurden mehrere, bis sich nicht mehr sagen ließ, wo einer aufhörte und der nächste anfing. Irgendwie schafften sie es, dabei nicht zu ersticken. Gavin zerrte an Jamies Shirt, weil er mehr spüren wollte als nur Stoff. Er brauchte Haut, brauchte die Muskeln darunter, musste den ganzen Mann spüren, der sich ihm entgegendrängte und das komplette Gegenteil des unsicheren, nahezu schüchternen Kerls war, den er vor einer Woche in seiner Hütte in den Cascades erlebt hatte.
»Wir sollten …«, stieß Jamie hervor, nur um gleich darauf mit den Zähnen an Gavins Unterlippe zu ziehen.
»Was?« Mehr brachte Gavin nicht heraus. Die leichten Bisse lösten minimalen Schmerz aus und maximale Lust.
»Auto.« Jamies Hand landete auf Gavins Hintern, und die Finger gruben sich hinein. »Hütte.« Diese wunderbare Hand presste Gavin noch fester an Jamies Schritt, und bei der harten Länge unter dem Jeansstoff überluden Gavins Gehirnzellen und blinkten nur noch hektisch, statt irgendwelche sinnvollen Infos weiterzuleiten.
Da war was mit Hütte gewesen. Und Autofahren.
Seine Hütte.
In den Bergen.
Wo sie das Wochenende verbringen wollten.
Ja, genau, das war der Plan gewesen. Ein guter Plan. Je früher sie aufbrachen, desto mehr Zeit könnten sie dort verbringen. Allein. Ungestört. Weitab von lästigen Nachbarn und alltäglichen Verpflichtungen.
»Richtig«, brachte Gavin zwischen zwei hektischen Atemzügen heraus, nur um gleich darauf wieder diesen weichen, feuchten Mund zu attackieren.
Dort hatte er Jamie das erste Mal nackt gesehen.
Und das war’s dann wieder mit seiner Hirntätigkeit.
Jamie nahm den Kopf zurück, weit genug, um ihm in die Augen zu sehen. »Es wäre vermutlich sicherer, wenn wir zuerst diese … Anspannung loswerden.«
»Sicherer«, echote Gavin und schob beide Hände unter Jamies Shirt, bis sie auf seiner Brust lagen.
»Ja. Sonst kannst du dich nicht aufs Fahren konzentrieren.«
Gavin musste grinsen. »Da kommt der Cop durch, oder?«
Jamie zuckte leicht mit den Achseln. »Wenn du es so nennen willst …« Er zog einen Mundwinkel hoch, was in einem halbseitigen Lächeln endete. »Ich wollte dir nur die Chance geben, einen guten Grund zu haben, damit wir gleich jetzt und hier Sex haben und nicht zwei Stunden warten, bis wir in der Hütte sind.«
»Ich bin scharf auf dich. Reicht das nicht als Grund?«
»Guter Grund«, murmelte Jamie, nahm seine Hand und zog ihn mit sich.
»Schlafzimmer?« Gavin hätte es auch an Ort und Stelle im Flur getan, musste aber zugeben, dass ein Bett bequemer klang.
»Yep. Sonst reiß ich dir hier die Jeans runter und wir sauen den Gang ein, weil ich in der Garderobe keine Kondome aufbewahre.«
»Ein Fehler.«
»Ich werde ihn demnächst beheben.«

Seattle Six: Die Entwicklung eines Plots

Die Grundidee der Seattle Six Reihe ist recht simpel: 6 Freunde, die sich auf dem College kennenlernten und auch über 10 Jahre später noch befreundet sind, und ihre Suche nach Mr. Right. Oder manchmal auch nur Mr. Right Now 😉
Aber diese Grundidee ist natürlich noch lange kein Plot. Schon gar nicht für die erste Geschichte Fremdes Begehren. Der Plot entwickelte sich, wie könnte es anders sein, nicht ganz wie geplant, und nahm (auch keine Überraschung) unvorhergesehene Abzweigungen.

Am Anfang stand der Sex. Genauer gesagt eine Sexszene. Sie stammt aus einer Kurzgeschichte, die ich für eine Ausschreibung verfasst hatte, die aber nicht genommen wurde (ich bemerke hier einen Trend – bei Pfad der Striemen fing’s ähnlich an). Immer bemüht, nichts umsonst geschrieben zu haben und alles wiederzuverwerten, dachte ich mir, ich nehme einfach diese Szene und baue einen ausführlichen Plot drum herum.

In der Szene geht’s um das erste Mal Sex von einem Mann mit einem anderen Mann. Ooookay, was machen wir daraus? Ich brauche zwei Charaktere. Einen, dem noch nicht ganz klar ist, dass er auf Männer steht, und einen, der absolut „out of the closet“ ist. Nachdem ich nicht wirklich ein Fan vom „Gay for You“ Konzept bin, wollte ich Typ Nr. 1 etwas mehr Background geben, so dass sein Interesse fürs eigene Geschlecht nicht urplötzlich auftritt, sondern ein lange verdrängter Wunsch ist.
Damit war auch klar, dass er keiner der Seattle Six sein konnte, weil die wissen, dass sie schwul sind (auch voneinander). Was mich zu Typ Nr. 2 brachte, und dann folgte die Berufssuche. Ich wählte etwas Naheliegendes, was mir hoffentlich Recherche ersparen würde (ha ha, der Punkt ging so was von nach hinten los) – einen Fotografen. Ich kenne mich einigermaßen mit Fotografie aus, also hatte ich da einen Bezugspunkt. Und ausnahmsweise schnell einen Namen: Gavin. Eine Überraschung, weil ich sonst tage- oder gar wochenlang über Namen brüte.
Dass Jamie dann Polizist wurde, war weniger eine bewusste Überlegung, sondern mehr der Gedankenblitz „jep, der ist Cop“. Wenn was passt, fragen wir Autoren nicht nach, warum das so ist. Just go with the flow … 😀

Zwei Männer, zwei Namen, zwei Berufe. Damit waren die Grundlagen geschaffen, fehlten noch ein Aufeinandertreffen und der Konflikt.

Also, wie krieg ich die beiden an einen Ort? Strafzettel verteilen? Zu oft gelesen. Gavin wird des Mordes verdächtigt? Zu kompliziert. Da müsste ich mir einen Kirmiplot einfallen lassen, und ich wollte nicht Romantic Suspense schreiben. Gavin fotografiert etwas, was mit einem Verbrechen zu tun hat? Siehe vorherigen Punkt.
Schließlich landete ich bei der Ausstellung. Jamie wird von seinem besten Freund zwangsrekrutiert, ihn zu begleiten, und trifft dort auf den Fotografen. Jetzt nicht gerade ein Ausbund an Originalität, dafür absolut plausibel und gleichzeitig eine gute Gelegenheit, Jamies Reaktion auf die Bilder nackter Männer einzuarbeiten.
Nach diesem Anfang entwickelte sich der Rest des Plots relativ geradlinig (und glaubt mir, ich wünschte, ich könnte das öfter behaupten). Gavin lädt Jamie zu einem Shooting ein (weil er hin und weg von ihm ist, aber das wissen zu dem Zeitpunkt nur Gavin und die Autorin), dann zu einem zweiten in den Bergen, und schon sind die beiden beim Flirten.
Der Konflikt, der sich durchs ganze Buch zieht, ist Jamies Kampf mit sich selbst, ob er sich wirklich seinen tiefsten Wünschen stellen will … und den Rest müsst ihr schon selbst lesen 😛
Dazwischen gab’s natürlich die unvermeidlichen Überraschungen beim Schreiben. Jamies Gespräch mit Takeo war nicht geplant, das ergab sich einfach, weil der Mann unbedingt mit jemanden reden musste. Die Vorliebe für obskure Science Fiction Filme entstand mitten in der Szene, und das Foto, das später in einer Tasche landet, war eine spontane Idee in dem Moment, in dem die Tasche im Zimmer auftauchte. So sehr ich auch meine Plots durchzuplanen versuche, weil mir das einen roten Faden gibt, so oft passieren solche spontanen Einfälle.

Was die Sexszene angeht, mit der alles seinen Anfang nahm: War ja klar, dass ich sie am Ende nicht einbaute, weil die Charaktere sich ganz anders entwickelten und es leichter ist, eine neue Szene für sie zu schreiben als eine bestehende umzuschreiben. Aber ich gebe die Hoffnung nicht auf, dass ich diese 3.500 Wörte irgendwann irgendwo mit mehr Plot als nur „sie trafen sich und landeten im Bett“ unterbringe …

Später stellte ich beim Schreiben natürlich fest, dass ich doch jede Menge Recherche betreiben musste. Aber mehr dazu im nächsten Blogpost, wenn es wieder heißt: Hintergrundwissen zu Seattle Six, oder: Keine Planung eines meiner Schreibprojekte überlebt den Kontakt mit der Tastatur 🙂

Seattle Six: Coverdesign

Ich verrate euch ein Geheimnis: Ich mache meine Cover nicht ganz allein. Ich bin zwar im Impressum als alleinige Designerin aufgeführt, aber ich habe Hilfe. Hilfe, die großzügigerweise auf die Nennung ihres Namens verzichtet. Alle Cover sind eine Gemeinschaftsarbeit – ich liefere die Ideen und meckere herum, mein Grafiker setzt die Ideen um und verliert nicht die Geduld.

Da ich für den ersten Band von Seattle Six noch eine Menge Entwürfe gespeichert habe, dachte ich mir, ich zeig euch mal, wie der Prozess des Coverdesigns im Zeitraffer abläuft.

Bei dieser zeitgenössischen Gay Romance Reihe hatte ich, wie üblich, nur rudimentäre Angaben: „Der Titel ist Fremdes Begehren, die Reihe heißt Seattle Six. Es soll klar sein, dass es eine Reihe ist, aber nicht wirklich durchnummeriert, weil sich die Bände unabhängig lesen lassen. Ich hätte gern die Skyline von Seattle, am liebsten mit der Space Needle, und ein oder zwei Jungs. Bekleidungszustand variabel. Müssen nicht nackt sein.“

Zwei Tage später erhielt ich die ersten Entwürfe:

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Entwurf 1
Das sah mir zu sehr nach Geschäftsleuten und Corporate Business aus, aber ich mochte das Bild von Seattle und die Schrift.

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Entwurf 2
Hier war das Bild von Seattle viel zu unruhig und die beiden Nackedeis ein bissi zu plakativ.

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Entwurf 3
Schöne Farbgebung, aber nicht besonders auffällig und zu generisch.

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Entwurf 4
Hier gefiel mir das der Schrift unterlegte Bild, ein Konzept, das wir schlußendlich weiterentwickelten.

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Entwurf 5
Das obere Motiv ist etwas zu dunkel, sonst gefällt’s mir noch immer sehr – wenn ich einen Thriller schreiben würde. Hm, da ist noch immer diese Idee mit dem FBI-Agenten …

Wie ihr seht, haben diese Entwürfe noch nicht so viel mit dem Endergebnis zu tun, aber es war ein Anfang. Zumindest die ideale Schrift hatten wir schon mal gefunden.

Mit der Idee „Schattenriss, das von anderem Motiv ausgefüllt wird“ gingen wir in die zweite Runde der Entwürfe:

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Entwurf 6
Die beiden Jungs fand ich sofort wunderbar. Ein Teil der Story spielt ja in den Bergen bzw. den Wäldern dort, das passt perfekt. Nur das Hintergrundbild war zu blass und das „fremdes“ zu dünn und kaum zu lesen.

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Entwurf 6A
Wir nähern uns der Sache an – der Hintergrund wurde kontrastreicher eingefärbt (Violett ist die Komplementärfarbe zu Grün, also sorgten wir für einen Lilaton im Hintergrund, damit der Vordergrund richtig schön knallt).

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Entwurf 6B
Finetuning an der Schrift und ihrer Platzierung und die Lizenzrechte an den verwendeten Bilder wurden erworben.

Schließlich das Endergebnis, zu beziehen hier:

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Final
Wir benutzten ein anderes Bild von einem Wald, um die senkrechten Linien der Skyline aufzugreifen. Der Titel wurde nicht so weit an den Rand gezogen. Gavin bekam noch eine Kamera in die Hand gedrückt, und der Seattle-Six-Schriftzug wurde der Hauptschrift angepasst.

Die Grundidee mit den Schattenrissen lässt sich auch für die folgenden Novellen abwandeln, immer ein wichtiger Gedanke, wenn’s um das Branding einer Reihe geht. Und wie die nächsten Bände aussehen werden, erfahrt ihr wieder hier, auf dem Blog eures Vertrauens 🙂