Manuskript-Montag: Seattle Six 2

Ich erkläre den heutigen Tag zum Manuskript-Montag und belebe diese Seite mit einem kleinen Auszug (unlektoriert, unkorrigiert) aus dem Manuskript, an dem ich zur Zeit arbeite – Teil 2 der Seattle Six-Reihe, die sich hauptsächlich um Gavin und Jamie, das Paar aus Teil 1 dreht und daneben einige der zukünftigen Protagonisten vorstellt.

Gavin trat aus dem Aufzug und konnte sich seinen Anfall von Nervosität nicht erklären. Jamie wusste, dass er kam, schließlich hatte er ihm die Haustür mit dem Summer geöffnet. Die ganze Woche hatten sie sich SMS geschrieben und ein paar Mal telefoniert. Es war ja nicht so, als ob sie einander völlig fremd wären. Sie hatten sogar schon Sex gehabt, und jede Befangenheit sollte spätestens damit verflogen sein.
Und dennoch kribbelte es in seinem Magen, als hätte er Ameisen zum Brunch gehabt und noch immer nicht verdaut, sein Herzschlag beschleunigte sich und seine Handflächen wurden feucht. Schnell wischte er sie an seiner Jeans ab und ging zur Jamies Wohnungstür.
Kaum hatte er angeklopft, als sie auch schon geöffnet wurde. Jamie stand in der Tür und trug nicht wie erwartet ein breites Grinsen im Gesicht, sondern ein schüchternes Lächeln. »Hi.« Er trat beiseite und machte eine einladende Geste. »Komm rein.«
»Hallo.« Gavin verharrte an der Schwelle. Sollte er ihm die Hand geben? Ihm umarmen? Ihn gar küssen? Besser nicht bei geöffneter Tür. Laut Jamie war seine Nachbarin eine Meisterspionin, von der jeder CIA-Agent noch etwas hätte lernen können. Er ging an Jamie vorbei, und als die Tür ins Schloss fiel, drehte er sich um. »Ich …« Er hob die Hände, wusste dann aber nicht, was er mit ihnen anstellen sollte, und ließ sie wieder sinken.
»Schön, dass du da bist.« Jamies Lächeln verblasste, und er fuhr sich mit einer Hand durch die kurzen Haare. »Hör zu, ich hab echt keine Ahnung, was das Protokoll für solche Fälle ist. Geben wir uns die Hand? Oder ist ein Kuss zur Begrüßung okay? «
Erleichtert schnaubte Gavin. »Was immer dir lieber ist.«
»Küssen.« Die Antwort kam wie aus der Pistole geschossen, und noch ehe sich Gavin darauf einstellen konnte, hatte Jamie die Distanz zwischen ihnen überbrückt und drückte die Lippen auf seine.
Der Kuss war eher ein Küsschen, mit geschlossenem Mund und ohne auch nur eine Spur Feuchtigkeit oder Leidenschaft. Vermutlich war das passend für eine Begrüßung. Aber es war auch total unbefriedigend.
Jamie trat einen Schritt zurück, und Gavin folgte ihm wie an einer unsichtbaren Schnur. Kaum hatte er die Arme um die Mitte des Mannes gelegt, verlor dieser jede Zurückhaltung, kam Gavin sofort entgegen und musste nicht im Geringsten herangezogen werden.
»Zu wenig?«, flüsterte Jamie und streckte einladend den Kopf vor.
»Viel zu wenig.« Gavin ließ sich nicht zweimal bitten und küsste ihn auf den Mund. Diesmal richtig. Ließ seine Zunge über die weichen Lippen gleiten, öffnete sie, ohne auf Widerstand zu stoßen, und dann explodierten die Schmetterlinge in seinem Bauch und hinterließen Hitze, die sich durch seinen ganzen Körper zog.
Jamies Hände landeten auf seinem Nacken, eine wanderte seinen Rücken hinunter, während die andere durch Gavins Haare streichelte, und dann zog Jamie ihn an sich. Ihre Hüften berührten sich, ihre Brust ebenfalls, und keiner hatte eine Chance zu verbergen, wie sehr dieser Kuss ihn in Aufregung versetzte.
Aus dem einen Kuss wurden mehrere, bis sich nicht mehr sagen ließ, wo einer aufhörte und der nächste anfing. Irgendwie schafften sie es, dabei nicht zu ersticken. Gavin zerrte an Jamies Shirt, weil er mehr spüren wollte als nur Stoff. Er brauchte Haut, brauchte die Muskeln darunter, musste den ganzen Mann spüren, der sich ihm entgegendrängte und das komplette Gegenteil des unsicheren, nahezu schüchternen Kerls war, den er vor einer Woche in seiner Hütte in den Cascades erlebt hatte.
»Wir sollten …«, stieß Jamie hervor, nur um gleich darauf mit den Zähnen an Gavins Unterlippe zu ziehen.
»Was?« Mehr brachte Gavin nicht heraus. Die leichten Bisse lösten minimalen Schmerz aus und maximale Lust.
»Auto.« Jamies Hand landete auf Gavins Hintern, und die Finger gruben sich hinein. »Hütte.« Diese wunderbare Hand presste Gavin noch fester an Jamies Schritt, und bei der harten Länge unter dem Jeansstoff überluden Gavins Gehirnzellen und blinkten nur noch hektisch, statt irgendwelche sinnvollen Infos weiterzuleiten.
Da war was mit Hütte gewesen. Und Autofahren.
Seine Hütte.
In den Bergen.
Wo sie das Wochenende verbringen wollten.
Ja, genau, das war der Plan gewesen. Ein guter Plan. Je früher sie aufbrachen, desto mehr Zeit könnten sie dort verbringen. Allein. Ungestört. Weitab von lästigen Nachbarn und alltäglichen Verpflichtungen.
»Richtig«, brachte Gavin zwischen zwei hektischen Atemzügen heraus, nur um gleich darauf wieder diesen weichen, feuchten Mund zu attackieren.
Dort hatte er Jamie das erste Mal nackt gesehen.
Und das war’s dann wieder mit seiner Hirntätigkeit.
Jamie nahm den Kopf zurück, weit genug, um ihm in die Augen zu sehen. »Es wäre vermutlich sicherer, wenn wir zuerst diese … Anspannung loswerden.«
»Sicherer«, echote Gavin und schob beide Hände unter Jamies Shirt, bis sie auf seiner Brust lagen.
»Ja. Sonst kannst du dich nicht aufs Fahren konzentrieren.«
Gavin musste grinsen. »Da kommt der Cop durch, oder?«
Jamie zuckte leicht mit den Achseln. »Wenn du es so nennen willst …« Er zog einen Mundwinkel hoch, was in einem halbseitigen Lächeln endete. »Ich wollte dir nur die Chance geben, einen guten Grund zu haben, damit wir gleich jetzt und hier Sex haben und nicht zwei Stunden warten, bis wir in der Hütte sind.«
»Ich bin scharf auf dich. Reicht das nicht als Grund?«
»Guter Grund«, murmelte Jamie, nahm seine Hand und zog ihn mit sich.
»Schlafzimmer?« Gavin hätte es auch an Ort und Stelle im Flur getan, musste aber zugeben, dass ein Bett bequemer klang.
»Yep. Sonst reiß ich dir hier die Jeans runter und wir sauen den Gang ein, weil ich in der Garderobe keine Kondome aufbewahre.«
»Ein Fehler.«
»Ich werde ihn demnächst beheben.«

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Neuauflage von „Wünsche unter dem Winterstern“

Es gibt zwar im Moment leider nichts Neues aus meiner Feder (der Dayjob hält mich weiter fest in seinen Klauen), aber ich kann zumindest eine Neuauflage bieten.
Im Februar habe ich eine Anthologie mit drei Geschichten aus Neygara veröffentlicht, die ich euch jetzt, endlich auch passend zur Jahreszeit, noch einmal vorstellen (oder besser gesagt aufs Auge drücken 😉 ) möchte. Es gibt sie auch als Taschenbuch mit 251 Seiten.

Wünsche unter dem Winterstern dreht sich um sechs Männer aus Neygara, deren Wege sich auf einer Wintersonnwendfeier überschneiden. Dadurch berühren sich auch alle drei Storys, auch wenn sie unabhängig voneinander und in beliebiger Reihenfolge gelesen werden können.
Es hat sich nicht viel zur Erstauflage verändert, außer dass es einige Tippfehler weniger gibt und ich die ersten beiden Storys um jeweils ein paar Absätze erweitert habe.

Diesmal veröffentliche ich auch alle Geschichten einzeln, damit sich jeder die aussuchen kann, die ihn anspricht. Normalerweise macht man es umgekehrt, bringt zuerst die Einzelstorys heraus und dann einen Sammelband, aber ich war schon immer gern anders. Oder bin einfach nur unorganisiert 😛
Wer unbedingt ein Happy End braucht, dem empfehle ich, „Ein Wunsch unter dem Winterstern“ auszulassen, da diese Story ein sehr offenes Ende hat 😉
Bei „Der Sturm in meiner Nacht“ scheiden sich die Geister – ich finde, es hat ein schönes Happy For Now Ende, andere bezeichnen das Ende als doch recht offen.
Aber immerhin kann „Meine Liebe ist wie der Winterstern“ , semioffiziell die 3. Will & Grayce Story, mit einem klassischen Happy End aufwarten 🙂 Was bei den beiden Jungs oft nicht leicht ist *Autoren-Seufzer*

Von den sechs handlungstreibenden Männern haben zwei, nämlich Will und Grayce, schon eigene Geschichten bekommen, und drei der anderen (Chaniel, Levanyar und Nataniel) sind in eben diesen Storys schon aufgetaucht oder namentlich erwähnt worden. Damit Will nicht als einziger Mensch dasteht, kommt noch ein Mitglied der ilarischen Stadtwache auf die Wintersonnwendfeier.

Zur besseren Erkundung von Neygara im Winter gibt es alle drei Einzelstorys sowie die gesamte Anthologie bis Ende Februar auch für KU.

Hier noch die Cover der drei Einzelstorys in all ihrer minimierten Pracht 🙂

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„Der Morgen, den ich fürchte“ jetzt in allen E-Book-Shops erhältlich und als Taschenbuch bei Amazon

Meinen nostalgischen Ausflug in die Vergangenheit mit melancholischem Gegenwartsteil und furchtlosem Ausblick in die Zukunft gibt’s ab sofort nicht nur bei Amazon, sondern auch in allen gängigen E-Book-Shops. Bei Weltbild und Bücher.de zB hab ich’s schon gesichtet, die anderen sollten in den nächsten Stunden/Tagen nachziehen.


Das Taschenbuch gibt’s weiter exklusiv von Amazon. Und es sieht sooo hübsch aus, wenn ich meine voreingenommene Meinung mal kundtun darf. Bin ganz verliebt in die Kirschblüten als Szenentrenner *hach*

Playlist von „Der Morgen, den ich fürchte“

Ich höre während des Schreibens immer Musik, manchmal bunt gemischt, meistens zur Stimmung der Szene passend. Für jedes längere Projekt lege ich mir eine eigene Playlist als Inspiration an.

5 Lieder, die mich beim Schreiben von Der Morgen, den ich fürchte begleitet haben, möchte ich euch heute vorstellen.

Den Anfang macht Queen mit so etwas wie dem theme song der Novelle: „These Are The Days of Our Lives“. Einfach wunderschön, und die letzte Einstellung von Freddie Mercury treibt mir auch beim 30. Mal ansehen noch die Tränen in die Augen. Queen hat mich durch meine Kindheit und Jugend begleitet. Ich habe Freddie nie gekannt, aber ich vermisse ihn.

S.T.S. hat viele wunderbare Lieder mit grandiosen Texten, und das hier passt wunderbar zu einer Langzeitbeziehung: „Wunder Meiner Seligkeit“

Rod Stewart singt „Have I Told You Lately“ – wir vergessen zu oft, unseren Liebsten zu sagen, wie viel sie uns bedeuten. Also los, rennt los, greift zum Telefon, schickt eine SMS und sagt den Menschen, die euch nahestehen, wie sehr ihr sie schätzt 🙂

Ich erspare euch auch nicht die im Buch zitierte Roger-Whittaker-Version von „Wind Beneath My Wings“ 😀 Der Mann hat eine gute Stimme. Ehrlich.

Ich verabschiede mich mit Sunrise Avenues „Rising Sun“ in der Acoustic Version. Der Text ist wie für dieses Buch geschrieben (und fasst nebenbei meine Gefühle für meinen Mann perfekt zusammen ;-)):

Look at the rising sun
Look at the game we’re in everyone
Heaven is open for us tonight
Look at the road behind
Look at the miles we’ve walked, you and I
Heaven is open for us again

And it takes you and me inside its arms
It takes you and me

You by my side I can shine
I’m complete, I’m divine
You next to me I believe
We can make it ‚til the end

Dazu habe ich bei LeeLu83 diese live Version gefunden. Das Lied beginnt bei 0:40.

Bonusszene zu „Der Morgen, den ich fürchte“

Für Abonnenten meines Newsletters gibt es zur neuen Novelle Der Morgen, den ich fürchte noch eine Bonusszene, die im Anschluss an die Geschichte spielt und euch ein wenig mehr über Adam und das Sexleben von älteren Menschen verrät 🙂 Der Titel Der Abend, an dem wir uns lieben ist Programm.

Wer sich hier anmeldet, kann die Story im Wunschformat als E-Book herunterladen. Kostet nix, außer dass ihr mir dafür eure Email-Adresse gebt. Ich verschicke keinen Spam, ich melde mich nur, wenn es etwas Schreib-Bezogenes gibt, und ihr hört selten öfter von mir als alle 2 oder 3 Monate (es sei denn, ich habe was zu verlosen oder zu verschenken, dann melde ich mich öfter ;-)).

Veröffentlichung von „Der Morgen, den ich fürchte“

So, und jetzt noch mal ganz offiziell mit Verkaufslink, nachdem die technischen Schwierigkeiten beseitigt sind:
Der Morgen, den ich fürchte ist seit heute bei Amazon zu haben 🙂

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Das Taschenbuch folgt in ca. 2 Wochen und wird so um die 170 Seiten haben.
Darin enthalten wird auch eine kleine Bonusszene sein, die nach dem Ende der Novelle spielt und die meine Newsletter-Abonnenten als exklusives Goodie bereits bekommen haben.
Wer sich neu anmeldet, bekommt es natürlich ebenfalls zum Herunterladen (Link dazu rechts in meiner Seitenleiste).

Viel Spaß beim Lesen, und wie immer freu ich mir bei Feedback und Rezensionen den sprichwörtlichen Hax’n aus 😀

Falsche Datei hochgeladen, oder: Autorin am Rand des Nervenzusammenbruchs

Ich muss ein Geständnis machen: Ich habe einen Fehler gemacht. Einen gewaltigen.

Morgen erscheint meine neue Novelle Der Morgen, den ich fürchte. Als ich am Wochenende die Datei hochlud, nahm ich die Rohfassung, damit ich die Vorbestellerfunktion nützen kann, in der Annahme, dass ich am nächsten Tag die endgültige, korrigierte Datei hochladen kann.
Tja, das funktionierte nicht. Entweder hab ich einen falschen Haken gesetzt oder Amazon hat seine „72 Stunden vor Veröffentlichung muss die endgültige Datei hochgeladen sein“-Regel bei mir auf 96 Stunden ausgedehnt, jedenfalls kann ich das File erst nach Erscheinen der Novelle updaten.

Was bedeutet, dass alle, die das Buch vorbestellt haben, eine unkorrigierte Version ausgeliefert bekommen. (Stellt euch hier eine Autorin am Rande des Nervenzusammenbruchs vor.)

Inhaltlich hat sich zur Endfassung nichts geändert, nur dass in der alten Version noch 15-20 Tippfehler, 2 Zeitfehler und ein Kontinuitätsfehler in der letzten Szene betreffend einer Zeitangabe drin sind. Weiters habe ich ein paar stilistische Mängel wie Wortwiederholungen behoben.

Daher meine Bitte an alle, die das Buch schon bestellt haben: Bitte wartet mit dem Lesen, bis ich die neue Datei hochgeladen habe, die spätestens Freitag vormittag freigegeben werden sollte (es sei denn, euch sind solche Fehler egal, dann nur zu, stürzt euch darauf :-)). Ich nerve gerade den Kundendienst, damit alle Vorbesteller eine Email mit dem Aktualisierungslink erhalten und sich so ganz einfach die neue, endgültige Fassung runterladen können.

Es tut mir wahnsinnig leid, dass ich solche Umstände mache. Ich schwanke seit 3 Tagen zwischen „oh Gott, es ist mir so peinlich, das ist schließlich nicht meine erste Veröffentlichung“ und „wie konnte ich so dämlich sein und übersehen, dass die endgültige Fassung verlangt wird?“.

Ich geh jetzt meine Nerven suchen, die mir in den letzten Tagen abhanden gekommen sind, und schreibe als Ablenkung die Bonusszene für Der Morgen, den ich fürchte zu Ende.

Cover Reveal „Der Morgen, den ich fürchte“

Ende der Woche erscheint eine neue Novelle von mir. Müßig zu erwähnen, dass sie eine Kurzgeschichte hätte bleiben sollen …
Hier ist das Cover, diesmal verträumt-sommerlich:

Zum Inhalt:
Nach dem Verkauf des Hauses nimmt David auf einem letzten Rundgang Abschied. Sein halbes Leben hat er hier verbracht. Jeder Raum, jeder Winkel, jede Ecke des Gartens birgt Erinnerungen – an schöne und schwere Zeiten, an Freude und Leid, doch vor allem Erinnerungen an Adam, der vor über dreißig Jahren Davids Leben auf den Kopf gestellt hat.
Als sie sich Mitte der 80er Jahre auf der Einweihungsfeier begegnen, ahnt David noch nicht, dass aus der zögerlichen Freundschaft zu dem Mann, der das Haus entworfen und gebaut hat, mehr werden könnte – falls David den Mut findet, sein altes Leben hinter sich zu lassen und seinem Herzen zu folgen.
Der Morgen, den ich fürchte erzählt von Veränderungen, Träumen und dem Mut, den es erfordert, sich gegen gesellschaftliche Konventionen und die Wünsche der eigenen Familie zu stellen, um persönliches Glück zu finden.
Warnhinweis: Enthält einen verstockten Anwalt, einen lässigen Architekten, pastellfarbene Sakkos, bunte Cocktails, einen Hund mit Buddelmanie und Sex zwischen Männern.
Nicht enthalten sind Explosionen, Actionszenen und Drama, dafür jede Menge Melancholie, heiße Sommernächte und eine Überdosis Gefühl.

Die Novelle hat ca. 29.000 Wörter (150 TB-Seiten), erscheint vorerst exklusiv bei Amazon, ist über KU ausleihbar und wird Ende Juni auch als Taschenbuch veröffentlicht.

Bestelllink liefere ich nach, sobald ich einen habe 🙂

„Wünsche unter dem Winterstern“ auch für Tolino erhältlich

Kurze Zwischenmeldung: Wünsche unter dem Winterstern ist jetzt auch für Tolino erhältlich und bei den einschlägigen E-Book-Händler wie Thalia, Weltbild, Ebook.de etc. zu bekommen.

Ich mach mich gleich wieder davon und an die Arbeit, da möchte heute eine neue Story beendet werden. Was Kurzes für zwischendurch. Das war der Plan. Ihr dürft jetzt alle mal laut lachen. Natürlich wurde aus der Kurzgeschichte wieder eine Novelle … Mehr dazu in Kürze 🙂

Habt einen schönen Sonntagabend!

Hintergründe zur Anthologie: „Meine Liebe ist wie der Winterstern“

Heute geht’s um die 3. und letzte Story in der Anthologie Wünsche unter dem Winterstern.

Meine Liebe ist wie der Winterstern ist eine weitere Geschichte um Will und Grayce, die der geneigte Leser bereits aus Pfad der Striemen und Weg des Vertrauens kennt. Und falls diese beiden Geschichten unbekannt sind, so hoffe ich doch, dass die Story in der Anthologie auch ohne Vorkenntnisse verständlich ist.
Mit über 33.000 Wörtern ist sie die längste Story in der Sammlung und rangiert unter Novelle. Sie durchlief auch von all meinen veröffentlichten Werken die stärkste Veränderung, was mich gute 2 Monate kostete, um daraus die Story zu machen, die ich haben wollte.

An dieser Stelle folgt wieder eine Spoilerwarnung – wer die Novelle noch nicht kennt, sollte diesen Beitrag erst nach dem Lesen der Story zu Ende lesen 🙂 Für die Neugierigen geht’s unter der Grafik weiter.
Die Idee zu dieser Story kam mir, als ich einen Roman las, in dem einer der Partner beim Sex ohnmächtig wird und sein Freund mit einem fetten Grinsen danebenliegt und sich wie der größte Liebhaber aller Zeiten vorkommt, weil er seinen Mann ins Koma gevögelt hat.
Da setzte sofort mein Widerstand ein, weil ganz ehrlich, wenn mir so was passieren sollte, bin ich in erster Linie besorgt und in zweiter Linie … leicht panisch. Eine normale Person reagiert bei so etwas, v.a. wenn es zum 1. Mal geschieht, mit Sorge und Angst.
Daraus ergab sich die Frage, was muss passieren, damit ein durchaus kräftiger Mann einfach so umkippt. Nun, in dem Fall konnte ich (leider) auf ein paar persönliche Erfahrungen zurückgreifen. Bei Fieber gepaart mit heftigen Schmerzen wird einem schon mal schwarz vor Augen.
Also verpasste ich dem Elfen eine Grippe, weil es ohnehin wenig Storys gibt, in denen der Held einen Schnupfen hat 😛
Es folgte Recherche, wie krank ein Mann sein muss, damit er keine Lust mehr auf Sex hat bzw. es physisch unmöglich ist. Die Befragten (2 Männer und meine medizinische Fachfrau) waren sich einig, dass eine Erkältung kein Hindernisgrund ist, eine voll ausgebrochene Grippe schon. Also bekam Grayce eine Grippe, die gerade im Entstehen ist, wo demnach Sex noch plausibel ist, auch wenn der Elf da bereits abgeschwächter reagiert.

Dazu kam dann noch ein wenig Beziehungsstress, weil Will auf der Feier auf die absurde Idee kommt, dass es doch gar nicht so verkehrt wäre, wenn er mit seinem Freund zusammenzieht. Nun steht Grayce diesem Vorschlag zwar nicht prinzipiell negativ gegenüber, aber aus einem Haufen praktischer Gründe kann er das nicht tun.
In dem Fall trifft es sich, dass ich den danach spielenden Roman bereits geschrieben habe und genau weiß, was Grayce zu vermeiden versucht (in der Novelle mit Absicht etwas vage gehalten, um den Roman nicht zu spoilern).
Der Rest der Handlung fügte sich zunächst problemlos zusammen – Will muss Hilfe bei Levanyar suchen (und erstickt nicht daran), er darf die Krankenschwester mimen (was er gar nicht mal so schlecht macht), Grayce ist grummelig und grantig und peinlich berührt und wir lernen zum ersten Mal ein Mitglied seiner Familie kennen (Auftritt: kleiner Bruder).
Und dann begannen die Probleme.

Plötzlich tauchte ein Subplot auf, der nie geplant war. In meiner Begeisterung jagte ich diesem Plotbunny hinterher und bekam nicht mit, dass damit die Story aus dem Gleichgewicht geriet. Es ging jetzt um viel mehr, als diese Novelle verkraftet.
Das bemerkte ich erst, als die Geschichte beendet war, und brauchte Wochen, um überhaupt draufzukommen, was nicht stimmte. Die ganze Struktur war im Eimer – am Ende hatte ich auf einmal 4 Sexszenen in knapper Folge hintereinander, was selbst für eine Geschichte, in der viel Erotik vorkommt, zu viel war.
Als Erstes eliminierte ich den Subplot und alle Verweise darauf. Ich sag jetzt mit Absicht nicht, was es war, weil ich die Idee an anderer Stelle einbauen möchte (es geht um Sex und Magie – ich hoffe, ihr seid jetzt neugierig ;-)).
Damit blieb noch immer eine chaotische 2. Hälfte der Novelle, und um die zu überarbeiten, brauchte ich den ganzen Januar und einen Großteil des Februars.
Die Kommentare meiner Betaleser waren wie immer enorm hilfreich, aber leider auch etwas widersprüchlich. Will polarisiert 😀 Also feilte ich lange daran herum, den Magier keine seiner negativen Eigenschaften zu nehmen (und seien wir mal ehrlich, davon hat er genug), ihm aber dabei zu helfen, ein paar Mal über seinen Schatten zu springen (der gute Mann soll sich ja weiterentwickeln).
Ich schrieb eineinhalb Szenen neu, schmiss 2 weitere komplette Sexszenen sowie eine halbe hinaus (eine Szene kürzte ich stark ein), um den Fokus weg von der Erotik und hin zu Romantik und Gefühlen zu bringen, weil darum geht es schließlich im Kern der Geschichte. Ein Mann lernt, seinen Gefühlen Ausdruck zu verleihen, ein anderer lernt, nicht immer alles sofort zu wollen, sondern auch mal warten zu können. Beide lernen, dass ein Streit eine Beziehung nicht gleich in Frage stellt und dass offene Kommunikation Wunder wirken kann.
Die letzte Szene ist dann wirklich kitsch as kitsch can. Ich hab noch nie so etwas Schmalziges geschrieben, doch es passte einfach zur Situation und sogar zum Charakter. Grayce mag es nicht oft herauslassen, aber im Grunde seines Herzens ist er verdammt romantisch.

Tja, jetzt hoffe ich, dass ihr euch mit mir auf die Roman-Fortsetzung freut, die ein paar Monate danach spielt und Grayces persönlichen Super-GAU beinhaltet – sein Freund und seine Mutter in einem Zimmer 😛

Aber vorher sollte ich endlich den 1. Roman der Reihe schreiben, damit die Frage geklärt wird, wie die beiden sich kennenlernten. Ich sage dazu immer: Kommen ein Elf und ein Mensch in eine Bar …

Cover Wünsche unter dem Winterstern