Will & Grayce: Die Geburt zweier Charaktere

Da bald die Veröffentlichung der ersten Story zu Will & Grayce ansteht, plaudere ich ein wenig über die Entstehungsgeschichte der beiden Jungs.

Der Kern von Grayce steckt in einem Fantasy-Roman, der viel zu lang war. Unter den Szenen, die der Schere zum Opfer fielen, waren einige, die ich auf einen neuen Charakter übertrug, der nichts mit dem Roman zu tun hatte, weil sie mir zu gut gefielen, um sie einfach wegzuwerfen.
Damit war Graycennar geboren, ein elfischer Ermittler bei einer Fantasy-Variante der Polizei. Er und sein Partner bekamen die Teile ab, die ich aus dem Roman entfernte, und die Story funktionierte auch mit den beiden neuen Charakteren hervorragend. Wenn ich ehrlich bin, sogar viel besser, weil sie die spannendere (da komplexere) Beziehung haben. Das ganze Projekt steht noch auf der Warteliste, aber irgendwann widme ich mich ganz diesen beiden Figuren.

Grayce verwendete ich schließlich letztes Jahr als Hauptcharakter für eine Kurzgeschichte, die ich ursprünglich für eine Erotik-Anthologie schrieb. Da der Inhalt aber nicht mit seinem sonstigen Partner kompatibel war, entstand Will – ein Freund aus früheren Tagen. Praktisch, dass meine Elfen ein bisschen länger leben als Menschen 🙂
Dass Will Mensch ist, war Absicht, dass er auch Magier ist, war allerdings nicht geplant. Manche Dinge ergeben sich einfach beim Schreiben. Diese Magie erzeugt ganz neue Möglichkeiten für zukünftige Geschichten.

Damit war der Grundstein für Will & Grayce gelegt. Nach und nach entstand der Plot für einen Roman auch um diese beiden herum – einer, den ich noch schreiben muss.
Ich verlegte ihre Abenteuer nach Neygara, eine geteilte Stadt, durch die die Grenze zwischen Menschen- und Elfenreich verläuft. In diesem Schmelztiegel der Kulturen treffen Leute unterschiedlichster Herkunft aufeinander, und die Spannungen führen unweigerlich zu Verbrechen. Der ideale Ort, um eine Polizeitruppe zu erfinden, in der Grayce tätig ist. Dieser Berufsstand findet in Fantasy sonst wenig Beachtung, weil eine organisierte Polizei eine moderne Erfindung ist. Für gewöhnlich schreiten Milizen, Stadtwachen, der Lehnsherr oder das Militär bei Verbrechen ein. Mich reizte der Gedanke, Ermittlungsarbeit ohne moderne Technik, aber mit dem Einsatz von Magie zu zeigen.

Nachdem die Erotik-Kurzgeschichte über ein Jahr lang halbvergessen auf der Festplatte schmorte, holte ich sie wieder heraus und ergänzte sie um 3.000 Wörter.
Es war interessant, die beiden Charaktere auf diese Weise kennenzulernen – nicht durch ein langsames Herantasten, wie ich es sonst beim Schreiben eines Romans mache, sondern gleich mitten im Geschehen, in den intimsten Momenten, die zwei Personen miteinander teilen können. Das hatte den Vorteil, dass ich gleich zum Kern ihres Charakters vorstieß, und die beiden keine Chance hatten, sich hinter Schichten an Täuschungen, Lügen und Selbstbetrug zu verstecken.
Das BDSM-Element steckte schon in der kürzeren Urversion der Story, war dort allerdings eine Überraschung für mich. Es war nicht geplant gewesen, aber die Muse hatte wie immer eine andere Vorstellung 🙂 Und als Autor lernt man schnell: Du machst, was immer deine Muse von dir verlangt. Weil sie am Ende ja doch recht hat.

Das Ergebnis ist die erste Story mit Will und Grayce, die an die Öffentlichkeit gelangt. An der zweiten und dritten schreibe ich gerade, wobei die zweite eine kostenlose Bonusgeschichte für Newsletter-Abonnenten ist.

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